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Bebauung

Im Vergleich mit anderen Küstenstreifen fällt im Grünen Band Ostsee der im allgemeinen geringe Grad der Küstenverbauung auf. Doch es besteht die akute Gefahr, dass sich dies ändert.

Als Wohn- und Ferienort ist die Ostseeküste sehr beliebt, und so ist die Nachfrage nach Immobilien mit Meerblick enorm. Immer neue Baugebiete schießen zwischen Deutschland und Russland aus dem Boden. Der von der Allgemeinheit nutzbare Küstenstreifen und die darin enthaltene Natur schwindet damit zusehends. Verschärft wird das Problem dadurch, dass abschnittsweise Korruption bei der Legalisierung von Bauten “nachhilft”.

Auch die Nachfrage nach zusätzlichen Gewerbeflächen und Hafenerweiterungen steigt unaufhörlich. Gerade die Mündungsbereiche der Flüsse sind durch Überbauung schon besonders beansprucht, und Hafenerweiterungen drohen an Warnow oder Memel auch die letzten naturnahen Zonen zu verschlingen.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern ist alljährlich von einem Verlust von einigen Kilometern unverbauter Küstenlinie auszugehen.

Bauwerke auf dem Meer

Wer denkt, das Problem Bebauung beschränke sich auf Landflächen, der irrt. Häfen sind ein offensichtliches Beispiel für die Inanspruchnahme von Flachwassergebieten, die ausgebaggert oder aufgespült werden, um neuen Platz für Hafenanlagen zu schaffen.

Aber auch im Meer wird kräftig gebaut. Windparks schießen im Grünen Band und dem vorgelagerten Meeresstreifen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Diese Anlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit regenerativen Energien, sind allerdings keineswegs überall umweltverträglich zu errichten. Sie können schwere Schäden an der Meeres- und Küstenumwelt hervorrufen.

Auch Verkehrsprojekte dringen zunehmend auf das Meer vor. Zwischen der Insel Saaremaa und dem estnischen Festland ist quer durch das Grüne Band eine gigantische Brücke geplant, die eine große Gefahr für die seit Menschengedenken das Gebiet durchquerenden Vogelschwärme darstellen dürfte.

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