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Umweltklo Meer?

Klo im Meer

Unsere Meereslebensräume sind gefährdet und faszinierend zugleich. Erfahren Sie mehr zu Deutschlands Unterwasserwelt und ihrem Schutz auf den Webseiten des BUND zum Meeresschutz.

Bodenabbau

Einen Lebensraum komplett wegzubaggern ist ein sicherer Garant für seine Zerstörung. Ein Unding im Grünen Band, sollte man meinen. Doch es ist auf vielen Quadratkilometern des Grünen Bandes Ostsee traurige Realität.

Miesmuschelbank
Lebendige Miesmuschelbänke werden mitsamt aller Bewohner einfach weggebaggert. Laich- und Nahrungsgründe für Fische, Nahrungsgebiete für Meeresenten und Lebensräume für eine quicklebendige, vielfältige Flora und Fauna werden dadurch flächenhaft zu unbelebten Zonen.

Bodenabbau im Meer

Unterseeische Sandbänke und Riffe finden den Weg in die Baustoffindustrie, die das Meer als kostengünstige Quelle zur Befriedigung ihres Materialhungers ansieht. Große Meeresbereiche werden auch für Küstenvorspülungen weggebaggert, die keineswegs – wie oft verkündet – eine umweltfreundliche Variante des Küstenschutzes darstellen. Jeder Vorspülung fallen hektarweise Unterwasserlebensräume zum Opfer.

Die Abbautiefe im Meer ist gering, sie liegt in der Regel im Bereich von einigen Dezimetern bis zu zwei Metern. Damit werden zur Gewinnung der gleichen Materialmenge viel größere Flächen zerstört als an Land, wo die Abbaumächtigkeiten viele Meter betragen. Der große “Vorteil” des Meeresabbaus: Die Zerstörungen bleiben dem Menschen verborgen; die Lebensgemeinschaften verschwinden fast unbemerkt. Würden ähnliche Eingriffe auf dem Land stattfinden, wäre die Empörung riesengroß. Zwar erfolgt nach einigen Jahren eine Wiederbesiedlung durch einige Arten, doch Substrat und Relief bleiben oft dauerhaft verändert. Eine Rückkehr der gebietstypischen Flora und Fauna ist dann unmöglich.

Selbst in Gebieten des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 hat die Kiesindustrie quadratkilometergroße Begehrlichkeiten. Vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns laufen zahlreiche Genehmigungsverfahren.

Der BUND sagt klar Nein zu dieser riesigen Lebensraumvernichtung. Der Kampf gegen ungeeignete Sand- und Kiesabbaustätten im Meer ist daher einer der Schwerpunkte der Arbeit zum Grünen Band Ostsee.

Bodenabbau an Land

Auch zu Lande ist Bodenabbau eine Gefahr für wertvolle Habitate im Grünen Band Ostsee, wenn auch deutlich lokaler. Direkt am Ufer der Neuendorfer Wiek auf Rügen soll ein ganzer Höhenzug verschwinden, um einen kostengünstigen Kiesnachschub direkt von Deutschlands beliebter Ferieninsel zu sichern. Auch hier hat der BUND in jahrelanger Arbeit sinnvollere Lösungen aufgezeigt und den für die ganze Umgebung zerstörerischen Abbau bislang erfolgreich verhindern können.

Foto der geplanten Bodenabbaufläche an der Neuendorfer Wiek
Die geplante Bodenabbaufläche an der Neuendorfer Wiek: Mageres Grasland direkt am Bodden
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