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Der Kranich-Buckel

Wichtiges Zusatzgeschäft im Fremdenverkehr

An der deutschen Ostseeküste zwischen Rostock und Stralsund rasten in jedem Herbst über sechzigtausend Kraniche. Die Rasttradition entwickelte sich zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, als die Flachgewässer um die langgestreckte Insel Bock und zahlreiche grenznahe Landflächen weitgehend ungestört waren. Fortan waren dort bis zum Fall des Eisernen Vorhangs stetig wachsende Kranichmengen zu verzeichnen.

Grafik des Kranich-Buckels: Zu sehen sind stark ansteigende Übernachtungszahlen im Oktober zur Kranichzugzeit
Kamel statt Dromedar: Dank der Kranichschwärme im Grünen Band entsteht ein zweiter ausgeprägter Höcker bei den Übernachtungszahlen, der sich in anderen Fremdenverkehrsregionen so nicht findet.

Mit dem Ende der Grenzsicherung entschloss man sich, die Flachgewässer in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zu integrieren. Die Einrichtung des Nationalparks war damals zwar von breiten Bevölkerungsschichten gewollt, aber keineswegs unumstritten. Heute ist klar, dass es die einzig richtige Entscheidung war, mit weit reichenden Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wohlergehen der ganzen Region.

Durch den Schutz der Flachgewässer vor Störungen und den Verzicht auf Uferverbauung konnten die Rastzahlen der Kraniche weiter bis auf den heutigen Stand ansteigen. Für die Region hat dies entscheidende wirtschaftliche Auswirkungen. Eigentlich eine touristische B-Lage, denn der Strand ist weit weg, mutieren die Gemeinden südlich der Insel Bock im Herbst zum Mekka für Ornithologen und Naturfreunde. Hotels, Pensionen und Privatzimmer sind dann restlos gefüllt.

Kranich

Zweite Saison durch Kraniche

Die rastenden Kraniche führen in dieser Landschaft zu einer zweiten Saison. “Kranichbuckel” haben Tourismuswissenschaftler dieses Phänomen, angelehnt an die weit nach oben ausschlagende Kurve der Übernachtungszahlen, genannt.

Für viele am Tourismus orientierte Betriebe macht der Kranichbuckel eine Existenz überhaupt erst möglich. Die dreimonatige Sommersaison wäre für ein wirtschaftliches Überleben zu kurz. Der zusätzliche Kranichmonat bringt hier die entscheidenden Einnahmen – nicht nur für Beherbergungsbetriebe, sondern auch für Gastronomie und andere mit dem Fremdenverkehr verknüpfte Unternehmen.

Der Region bringen die Kranichmengen einen guten Ruf, der sie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht hat. Und die Bewohner haben noch ein Stück Lebensqualität mehr in dieser an Natur ohnehn schon so reichen Landschaft.

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