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Flachwassergebiete

Die lichtdurchfluteten Flachwasserzonen sind die produktivsten Teile der Ostsee. Hier siedeln Unterwasserpflanzen, die einer Vielzahl von Tieren eine Heimstatt bieten.

Walgroß bis klitzeklein sind die tierischen Bewohner dieser Zonen. In der kleinen Ostsee wird zwar auch die größte (und einzige) Walart keine zwei Meter lang. Aber der Schweinswal ist trotzdem eine große Besonderheit, die sich in den Flachwasergebieten tummelt und die reichen Fischvorkommen zur Ernährung nutzt.

Für die Fische bilden die Flachwassergebiete das wichtigste und für zahlreiche Fischarten überdies das einzige Laichgebiet. Weithin bekannt sind die reichen Heringslaichgründe, von denen einer der wichtigsten im Greifswalder Bodden vor der deutschen Küste liegt. Von weit her, aus Nordsee und Atlantik, reisen die Hornhechte an, um die Laichgründe im Flachwasser der Ostsee zu nutzen.

Kleingetier als Motor des Lebens

Ohne Nahrung wachst kein Jungfisch gut auf. Hier liegt der wahre Wert der Flachwasserzonen im Grünen Band: Sie beherbergen Heerscharen von Kleinorganismen. Zu diesem sogenannten Benthos gehören Würmer, kleine Krebse, Muscheln oder Schnecken. Sie leben zu Tausenden auf einem Quadratmeter. Für hungrige Fische ist so etwas ein Paradies. Doch nicht nur für diese. Hunderttausende von Enten kommen aus Sibiren alljährlich in die Ostsee, um in den Flachgründen nach Muscheln zu tauchen. Eisenten, Eiderenten oder Trauerenten gehören zu dieser Gruppe. Allein vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns sammeln sich in jedem Winter bis zu 100.000 Eisenten.

Die wahre Produktivität der Flachwasserzonen kann man von Land her nur erahnen. Aber wenn Sie einen Wall hoch aufgehäufter Muschelschalen am Strand finden, ist dies ein Indiz auf arten- und individuenreiche Lebensräume vor der Küste, die Walen, Fischen, Vögeln und Kleingetier gleichermaßen einen unverzichtbaren Lebensraum bieten.

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