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BUND-Tagung

"Vermeidung von Konflikten zwischen Schifffahrt und Meeresnaturschutz"

Am 27. Mai 2010 veranstaltete der BUND in Rostock eine Fachtagung zum Konfliktfeld Schifffahrt und Meeresnaturschutz. Rund 40 Teilnehmer diskutieren Stand und Notwendigkeiten der Etablierung umweltverträglicher Praktiken im Seeverkehr. Auch für das Grüne Band sind Auswirkungen des Schiffsverkehrs, z.B. die Wasser- und Luftverschmutzung, eine ernst zu nehmende Beeinträchtigung. Kurz gefasst ergaben sich drei umsetzbare Maßnahmen, die Konflikte zwischen Schifffahrt und Naturschutz auf dem Meer deutlich mindern könnten:

Installation von Schiffskläranlagen

Im vergangenen Jahrhundert hat sich die Ostsee von einem nährstoffarmen Klarwassermeer zu einem System mit Nährstoffüberschuss gewandelt. Die Einleitung von Abwässern aus Kreuzschifffahrt und Fährverkehr trägt hierzu bei. Bei rund 80 Millionen Passagieren auf der Ostsee sind das pro Jahr 460 Tonnen Stickstoff und 150 Tonnen Phosphor. Diese Abwässerlast durch Schiffskläranlagen zu beseitigen, ist eine wichtige Herausforderung. Eine Reihe von Kreuzfahrtunternehmen und Fährlinien bekennen sich bereits jetzt freiwillig zu ihrer Verantwortung: Sie behandeln ihre Abwässer entsprechend oder liefern sie im Hafen ab. Es ist überfällig, dass die anderen Unternehmen nachziehen.

Meiden empfindlicher Meeresnaturschutzgebiete

Moderne Navigationstechnik erlaubt heute selbst auf hoher See eine metergenaue Positionsbestimmung, doch noch immer fahren Schiffe kreuz und quer durch Schutzgebiete. Der BUND fordert die Ausweisung von “areas to be avoided”, d.h. vom Schiffsverkehr freizuhaltende Bereiche, in den NATURA 2000-Gebieten Pommersche Bucht, Adlergrund und Oderbank. Die Bedeutung dieser Gebiete für Wasservögel und Meeressäuger ist ohne diese Maßnahme akut bedroht.

Reduzierung von Unterwasserlärm

Meeressäuger, die akustische Signale zur Orientierung, Kommunikation und zum Jagen nutzen, sind wahrscheinlich am meisten von Unterwasserlärm betroffen. Die Geräuschbelastung durch Unterwasserlärm kann nach dem derzeitigen Kenntnisstand eine erhebliche Beeinträchtigung der Schweinswale und anderer Organismen darstellen. Unter Wasser lärmt ein Motor 20mal weiter als an der Luft, so dass Ostseetiere heute großräumig wie an der Autobahn leben. Jahrzehnte wurde nur an der Reduzierung des Lärms im Schiffsinnenraum gearbeitet. Dabei ist die Reduzierung des Lärms im Wasser genauso wichtig und technisch bereits möglich. Das Militär hat entsprechende technische Maßnahmen breits erprobt und eingesetzt. Jetzt müssen diese Techniken von den Schiffbauern auch für den Fracht- und Passagierverkehr abgefordert werden.

Die Ausrichtung der Tagung wurde durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung aus Mitteln der Umweltlotterie BINGO! gefördert. Veranstaltet und organisiert wurde die Tagung vom BUND-Projektbüro Meeresschutz in Zusammenarbeit mit dem BUND MV .

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